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| Mein Leben: 1809-1882. Vollständige Ausgabe der »Autobiographie« (insel taschenbuch)
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Kurz, knapp, gut - mit klasse Zugaben
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Mein Leben: 1809-1882. Vollständige Ausgabe der »Autobiographie« (insel taschenbuch) (Taschenbuch) Während dreier Monate schrieb Charles Darwin die Grundzüge seiner Autobiographie zur eigenen Entspannung und zur Belehrung seiner Kinder und Enkel. Die Schule empfand Darwin als sehr langweilig, weil nur alte Sprachen unterrichtet wurden (Ausnahme: Horaz-Oden). Zu Hause führte er mit seinem Bruder im alten Geräteschuppen chemische Experimente durch. Deshalb auch sein Spitzname "Gas". Mit 16 Jahren studierte er Medizin, aber auch hier galt: es war unerträglich langweilig, weil es nur Vorlesungen, aber keine praktischen Übungen gab. Immerhin konnte er in den Ferien seinen Hobbys Jagen, spazierengehen, singen, trinken und Musik hören, nachgehen; außerdem lernte er andere Wissenschaftler kennen. Gut gefallen hat mir die Geschichte als Darwin unter der Rinde eines Baumes zwei seltene Käfer fing und dann noch eine dritte, neue Käferart entdeckte, um diese auch zu sammeln, mußte er sie in den Mund nehmen: worauf der Käfer ein beißendes Sekret versprühte mit dem Erfolg, daß er alle verlor. Inspiriert von Alexander von Humboldts "Reise in die Äquinoktialgegenden" wollte auch Darwin "wenigstens einen kleinen Stein zum großartigen Bauwerk der Naturwissenschaften beitragen". Grundlage dafür war seine kanpp fünfjährige Reise mit der Beagle - in der Rückschau bezeichnet er sie "als das wichtigste Ereignis meines Lebens". Ausführlich geht Darwin in "Mein Leben" auf die Entstehung seines Meisterwerks "Über die Entstehung der Arten" und weitere Bücher ein, die er als "die Meilensteine in meinem Leben" bezeichnet. Sehr offen beschreibt er seine Haltung zur Religion (er bezeichnet sich als Agnostiker). Zum Ende seines Buches listet Darwin auf was er mag bzw. was nicht (Lyrik: keine zeile; Shakespeare: langweilig, daß einem übel wird; Kunst und Musik: uninteressant; Romane, Biographien, Reiseberichte: erstklassig bzw. interessant). Neben der 130 Seiten umfaßenden autobiographischen Skizze enthält das von Nora Barlow (eine Enkelin von Darwin) herausgegebene Buch auch ein sehr erhellendes Vorwort von dem bekannten Evolutionsbiologen Ernst Mayr sowie eine Auswahl von Charles Darwins Briefen (u.a. die amüsante Auflistung "Das ist die Frage" Heiraten vs Nicht heiraten). Beigefügt sind auch zwei Briefe von Darwins Ehefrau Emma. Persönlich sehr berührend finde ich Emmas ersten Brief, nicht nur, weil sie hier ihre Gefühle zu Charles eingesteht, sondern auch, weil sie ihm hier klar beschreibt, welche religiösen Gefühle sie besitzt. Von C.D. gibt es hier die Ergänzung, daß er den Brief viele Male gelesen (und geküßt) und Tränen über ihn vergossen habe. Zum Abschluß noch das Erfolgsrezept des "Meisters": "Mein Erfolg als Wissenschaftler sind die Liebe zur Wissenschaft, grenzenlose Geduld zu langem Nachdenken über jedes Thema, Fleiß.. und eine gehörige Portion Phantasie und gesunder Menschenverstand."
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 10. Oktober 2008 | | | | | | | |
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